Die Auer Barockbaumeister

Im 17. und 18. Jhd. errichteten Baumeister, Stuckateure und Bauhandwerker aus dem Bregenzerwald in Süddeutschland, der Schweiz und dem Elsass an die 800 Barockbauten, meist Kirchen und Klöster, aber auch Schlösser, Palais und Bürgerhäuser. Darunter sind auch Bauwerke, die heute auf der Unesco-Welterbeliste stehen.

800 Bauarbeiter und Handwerker verließen jedes Jahr den Bregenzerwald, um vom 19. März (Josefi) bis 11. November (Martini) auf den verschiedenen Baustellen zu arbeiten.

Baumeister wie Michael Beer, Franz Beer, Franz Beer von Bleichten, Peter Thumb oder Caspar Moosbrugger gehören zu den bekanntesten.

Werke wie Obermarchtal, Kempten, Ellwangen-Schöneberg, Weingarten, St. Peter auf dem Schwarzwald, Ebersmünster im Elsass, Kreuzlingen, Muri, Disentis, Engelberg, Einsiedeln oder St. Gallen in der Schweiz sind heute Anziehungspunkte für jährlich tausende Besucher.

Begonnen hat diese Erfolgsgeschichte in Au, mit der Gründung der Auer Zunft durch Michael Beer im Jahre 1657.

Er stammte aus einer Baumeisterfamilie und war der Vater des berühmten Baumeisters Franz Beer von Bleichten. Seine Gesellenzeit verbrachte er in Tirol und Salzburg, und beendete sie 1625 bei Hans Gartner in Poysdorf in Niederösterreich.

Die Auer Zunft war Berufsverband und kirchliche Bruderschaft. Maurer, Zimmerleute und Steinmetze waren eingeschrieben.

Die Zunftordnung regelte die Ausbildung der Lehrlinge und die Arbeiten der Gesellen. Eine Maurerlehre dauerte drei Jahre und wurde zwischen dem 14. und 19. Lebensjahr begonnen. Von den Meistern wurden die Lehrlinge in Technik, Statik, Materialkunde, Geometrie, Zeichnen und Kostenberechnung unterrichtet. Maximal zwei Lehrlinge durfte ein Meister gleichzeitig ausbilden, die „Ledigsprechung“ zum Gesellen fand jeweils am ersten Sonntag nach Dreikönig statt. Zwischen 1650 und 1787 sind in Au 1814 „Ledigsprechungen“ verzeichnet worden.

Im Anschluss an die Lehre gingen die Gesellen auf eine zweijährige Wanderschaft, um ihre Fertigkeiten zu vervollkommnen. Sodann konnte ein Geselle zum Parlier (Polier) aufsteigen. Dies war Voraussetzung zur Sesshaftigkeit, zur Ehefähigkeit und zur Erlangung des Meisterrechts.

In der Auer Zunft war der „unlautere Wettbewerb“ untersagt.

Die Saisonarbeit währte von 19. März (Josefi) bis 11. November (Martini). im Frühjahr zogen Scharen von Bauleuten zu den Sammelplätzen, von wo die oft weiten Wege zu den Baustellen angetreten wurden. Die Meister zogen meist hoch zu Ross.

In der Schoppernauer Pfarrchronik ist zu lesen, dass im Jahre 1729 Peter Thumb 200 „Balliergesellen“ und Buben ins Elsass mitgenommen habe!

Ausstrahlung der Werke
Die großen Meister der Baukunst sollen sichtbar gemacht werden.
Skizze aus den Auer Lehrgängen
Michael Thumb – Baumeister mit Energie und Klugheit. Ein Heerführer des Auer Bauwesens.

Öffnungszeiten 26. September bis 31. Oktober

Donnerstag 13:00 – 17:00

Freitag, Samstag, Sonntag 10:00 – 17:00

Fixe Führungen

Freitag 16:30
Sonntag 10:30 & 15:00